Punzen sind kleine Stempel, die den Edelmetallgehalt eines Schmuckstücks angeben. In Deutschland ist ihre Anbringung freiwillig, aber bei seriösen Herstellern Standard. Wer Punzen lesen kann, weiß auf einen Blick, was sein Schmuck wert ist.
Wo finde ich die Punze?
- Ringe — Innenseite des Ringschenkels, oft sehr klein.
- Ketten und Armbänder — direkt am Verschluss oder am letzten Glied.
- Ohrringe — auf der Rückseite oder am Stift.
- Anhänger — auf der Rückseite oder am Aufhänger.
Eine Lupe (10×) hilft beim Lesen — Punzen sind oft nur 0,5 mm hoch.
Häufige Punzen
| Punze | Bedeutung |
|---|---|
| 333 | 33,3 % Feingold (8 Karat) |
| 375 | 37,5 % Feingold (9 Karat, oft UK-Import) |
| 585 | 58,5 % Feingold (14 Karat, deutscher Trauring-Standard) |
| 750 | 75 % Feingold (18 Karat, hochwertig) |
| 900 | 90 % Feingold (historisch, z. B. 20-Mark-Münzen) |
| 916 | 91,6 % Feingold (22 Karat, Krügerrand) |
| 999 | 99,9 % Feingold (Bullion-Barren und -Münzen) |
| Pt 950 | 95 % Platin |
| 925 | Sterling-Silber (92,5 %) |
| 800 | 80 % Silber (oft Besteck) |
Fälschungen erkennen
Eine Punze allein ist noch kein Beweis für die Echtheit. Klassische Indizien für Fälschungen:
- Magnet-Test — Gold ist nicht magnetisch. Wenn ein Magnet das Stück anzieht, ist es entweder vergoldet oder eine andere Legierung.
- Säuretest — Salpetersäure auf einer Probestelle. Echtes Gold reagiert nicht, vergoldete Stücke verfärben sich.
- Spezifisches Gewicht — Gold hat eine sehr hohe Dichte. Hohle Stücke oder ungewöhnlich leichte Schmuckteile sind verdächtig.
- Punzen-Form — bei Fälschungen oft unscharf, schief oder falsch positioniert.
Bei uns wird jedes Stück geprüft — wenn die Punze nicht zur tatsächlichen Legierung passt, klären wir das offen mit Ihnen.