„Briefgold" ist ein historischer Begriff aus dem Münzgeschäft des 19. Jahrhunderts und bezeichnete kleine, exakt abgewogene Goldmengen in Papierbriefchen - zum Beispiel für Apotheker, Goldschmiede oder als Souvenirs. Die Bezeichnung stammt vom Papierbrief, in den die abgewogene Menge eingeschlagen wurde.
Was heute mit Briefgold gemeint ist
Im modernen Sprachgebrauch steht „Briefgold" fast immer für Tafelbarren in Scheckkartengröße: eine dünne Goldtafel, die in ein Raster aus einzelnen 1-g-Täfelchen vorgeprägt ist und sich von Hand abbrechen lässt. Der bekannteste Vertreter ist der CombiBar. Verkauft werden solche Tafeln in einer versiegelten Blisterkarte mit Zertifikat und Seriennummer.
Der Reiz liegt in der Teilbarkeit: Wer einen 100-g-Barren besitzt, muss ihn beim Verkauf komplett abgeben. Bei einer Tafel lässt sich genau die Menge trennen, die gerade gebraucht wird. Bezahlt wird diese Flexibilität mit einem höheren Aufgeld beim Kauf, weil die Prägung aufwendiger ist als bei einem massiven Barren gleichen Gewichts.
Feingehalt und Formate
Tafelbarren sind praktisch immer 999,9er Feingold - also reines Gold ohne nennenswerte Beimischung. Üblich sind Tafeln zu 20, 50 und 100 g, entsprechend 20, 50 oder 100 einzelne Gramm-Täfelchen. Damit fallen sie in dieselbe Kategorie wie klassische Goldbarren und nicht in die der Schmucklegierungen mit 333, 585 oder 750 Tausendstel.
So bewerten wir Briefgold
Die Rechnung ist dieselbe wie bei jedem anderen Anlagegold: Feingehalt × Gewicht × Tageskurs, davon die marktübliche Marge. Bei 999er Material wird also nahezu das volle Gewicht vergütet - anders als bei Schmuck, wo nur der Feingoldanteil zählt. Wie die Prüfung im Einzelnen abläuft, beschreibt der Ratgeber So läuft die Bewertung ab.
Ein Punkt, der beim Verkauf regelmäßig für Enttäuschung sorgt: Das Aufgeld, das beim Kauf für Prägung und Vertrieb gezahlt wurde, kommt nicht zurück. Es ist ein Kaufaufschlag, kein Bestandteil des Materialwerts. Wer Gold vor allem als Wertspeicher hält, fährt mit größeren Standardbarren deshalb meist günstiger als mit teilbaren Tafeln.
Was Sie zum Verkauf mitbringen sollten
- Blisterkarte und Zertifikat, falls noch vorhanden - die Seriennummer erleichtert die Prüfung.
- Abgebrochene Einzelstücke sind kein Problem; sie werden schlicht gewogen.
- Keine Vorreinigung. Politur oder Reinigungsmittel bringen nichts und können die Oberfläche beschädigen.
Wir prüfen Tafelbarren vor Ihren Augen an der Cramerstraße 14 in Delmenhorst und zahlen sofort bar aus - oder Sie senden sie bundesweit per kostenloser, versicherter Versandtasche ein. Eine unverbindliche Einschätzung bekommen Sie vorab über unsere Wertermittlung per Foto, Antwort innerhalb von 24 Stunden. Wie sich der Kurs bildet, auf dem die Rechnung beruht, erklärt die Seite Goldpreis aktuell.