Der Goldhandel umfasst alle Märkte und Mechanismen, über die Gold weltweit gehandelt wird. Wichtigste Referenzpreise:
London Bullion Market Association (LBMA)
Die LBMA stellt zweimal täglich (10:30 und 15:00 Londoner Zeit) den Referenz-Goldpreis fest, das sogenannte „LBMA Gold Price". Dieser ist die Grundlage für Goldhandel weltweit - auch für unsere Ankaufspreise.
COMEX (New York)
An der Chicago Mercantile Exchange (über COMEX) werden Gold-Futures gehandelt - Terminkontrakte auf zukünftige Lieferung. Wichtig für institutionelle Anleger und Spekulanten.
Physischer Markt
Lokale Händler, Juweliere, Scheideanstalten und Privatanleger handeln physisches Gold (Barren, Münzen, Schmuck). Hier kommen Aufgelder und Abschläge auf den Spotpreis hinzu - bei Anlagemünzen typisch 3-7 %, bei Schmuck wird zum Spot eingekauft.
Papiergold
ETFs wie SPDR Gold Shares (GLD) und Xetra-Gold ermöglichen Investments ohne physische Lieferung. Sie bilden den Spotpreis ab, eignen sich aber nicht als Krisenwährung - im Ernstfall halten Sie einen Anspruch, keinen Barren.
Vom Börsenkurs zum Ankaufspreis
Zwischen der Notierung in London und dem Betrag, der beim Verkauf eines Schmuckstücks ausgezahlt wird, liegen zwei nachvollziehbare Schritte. Erstens der Feingoldanteil: Ein 585er Ring besteht nur zu 58,5 % aus Gold, bezahlt wird der Goldanteil, nicht das Bruttogewicht. Zweitens die Marge des Ankäufers, die Prüfung, Transport, Scheideanstalt und das Kursrisiko bis zur Abgabe abdeckt.
Marktüblich sind dafür einige Prozent - wir rechnen mit rund 7 % und weisen sie offen aus. Ein Anhaltspunkt für Seriosität ist genau das: Ein Ankäufer, der die Rechnung Gewicht × Feingoldanteil × Tageskurs minus Marge vorführt, ist überprüfbar. Wer stattdessen eine Pauschalsumme nennt, ist es nicht. Den Ablauf im Einzelnen beschreibt der Ratgeber So läuft die Bewertung ab.
Was das für Privatverkäufer heißt
Praktisch drei Dinge. Erstens: Der Kurs am Tag der Abrechnung entscheidet, nicht der Kurs zum Zeitpunkt des Kaufs oder der Erbschaft. Zweitens: Anlagegold (999er Barren und Bullion-Münzen) liegt näher am Spotpreis als Schmuck, weil weniger Verarbeitungsschritte dazwischenliegen. Drittens: Aufgelder, die beim Kauf von Münzen und Kleinbarren gezahlt wurden, sind Kaufkosten und kommen beim Verkauf nicht zurück.
Wie der Tageskurs bei uns in die Bewertung eingeht, zeigt die Seite Goldpreis aktuell; welche Punze welchen Feingehalt bedeutet, die Goldlegierungen-Tabelle. Wann ein Verkauf sinnvoll ist, erörtert Wann ist der beste Zeitpunkt?